Menu
Seitenanfang

Enzyklopädie der Wärme

Die Wärmebehandlung (Hyperthermie) ist eine traditionelle Heilmethode, die in fast allen Kulturen seit geraumer Zeit zur Anwendung kommt. Allgemein dient dieses Verfahren dazu, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken und Krankheitserreger gleichzeitig zu schwächen. Hier erklären wir Ihnen wichtige Begriffe im Zusammenhang mit dieser Methode.

Aktive Hyperthermie

Eingriffe in Organismus und Körperfunktionen die zur Erhöhung der Körpertemperatur führen.

Alternative Therapiemaßnahmen

Sammelbezeichnung für Behandlungsmethoden, die sich als Alternative zu wissenschaftlich begründeten Therapieverfahren angeboten werden.

Anwendungsgebiete

Krankheiten oder Symptome die therapeutische angegangen werden

Chemotherapie

Als Chemotherapie bezeichnen wir die Behandlung eines Krebsleidens (Tumorerkrankung), mit den so genannten Zytostatika (Griechisch von cyto= Zelle und statik= anhalten). Diese Medikamente haben zum Ziel die Vernichtung oder, falls dies nicht mehr möglich ist, die Verkleinerung des Tumors. Chemotherapie greift die Tumorzellen während ihrer Teilungsphase an, da sie sich durch ihr unkontrolliertes Wachstum sehr oft, viel öfters als die meisten gesunden Zellen, teilen. Allerdings werden bei dem Einsatz der Chemotherapie auch gesunde Zellen betroffen, woraus sich die zahlreichen unvermeidbaren Nebenwirkungen der Chemotherapie ergeben. Um den Kranken eine optimale Therapie zukommen zu lassen, wird die Chemotherapie häufig mit einer Bestrahlung, einem chirurgischen Eingriff oder Wärmetherapie kombiniert, um so das Ergebnis der Tumorbehandlung zu verbessern.

Degenerative Erkrankungen

Krankheiten, bei denen Gewebestrukturen und Organe durch das Krankheitsgeschehen in ihrer Struktur oder Funktion nachhaltig beeinflusst beziehungsweise geschädigt werden, bezeichnen wir als „degenerative Erkrankungen“. Manchmal sprechen wir auch von Abnutzungserkrankung oder Verschleißerkrankung. Ein typisches Beispiel dafür ist Arthrose.

Fibromyalgie

Die Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine chronische und unheilbare Erkrankung. Sie ist durch weit verbreitete Schmerzen mit wechselnder Lokalisation in der Muskulatur, um die Gelenke und Rückenschmerzen und auch Druckschmerzempfindlichkeit (dazu weiteres unter Diagnose) sowie Begleitsymptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und Gesicht und viele weitere Beschwerden charakterisiert.

Fiebertherapie

Die Fiebertherapie gilt als aktive Form der Hyperthermie, weil der Körper mittels bakterieller oder anderer Substanzen dazu veranlasst wird, selbst Wärme (Fieber) zu erzeugen. Durch Bakterientoxine wird eine Erhöhung der Körpertemperatur auf 38,5° bis 40,5° ausgelöst. Während des Fieberschubs von meist 3 bis 4 Stunden kommt es zu einer Mobilisierung sämtlicher Immunaktivitäten im Organismus.

Ganzkörperhyperthermie

Bei der Ganzkörperhyperthermie wird der gesamte Körper überwärmt.

Geschichte der Hyperthermie

Die heilende Wirkung der erhöhten Körperwärme erkannten bereits die altägyptischen Hochkulturen (2400 v. Chr.). Die antiken Griechen haben diesen therapeutischen Ansatz bewusst und konsequent angewandt. Sie nannten das Verfahren Hyperthermie (vom griechischen Hyperthermia = Überwärmung).

Bis heute wird der Satz vom griechischen Arzt Parmenides (540 – 480 v. Chr.) zitiert: „ Gebt mir die Macht Fieber zu erzeugen und ich werde jede Krankheit heilen“.

Im Laufe der darauf folgenden Jahrhunderte wurde die Hyperthermie auf verschiedenen medizinischen Gebieten angewandt. So war beispielsweise die künstliche Erzeugung von Fieber mit Hilfe pyrogener Stoffe bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten als Fiebertherapie üblich. Als Pionier der modernen „Fiebertherapie“ darf Julius Wagner von Jauregg gelten.

Jauregg von, Julius Wagner

Er gilt als Pionier der modernen „Fiebertherapie“. Dank eigner Beobachtung einer zufälligen Heilung einer generalisierten Paralyse bei systemischer Lues bei einem Patienten mit Erysipel entwickelte er die Fiebertherapie mittels Malaria-infiziertem Blut (Malariatherapie).

Von Jauregg erhielt 1927 den Medizinnobelpreis für die Behandlung von Lues mittels Fiebertherapie. Das Verfahren hat mit dem Aufkommen der Antibiotikatherapie seine Bedeutung verloren, wird jedoch in Anbetracht der zunehmenden Resistenzen gegen Antibiotika neu in Erinnerung gerufen.

Komplementäre Therapie

Sammelbezeichnung für Behandlungsmethoden, die sich als Ergänzung zu wissenschaftlich begründeten Behandlungsverfahren.

Kostenerstattung

Ausgleich der Ausgaben für einen bestimmten Zweck. Die Kostenerstattung für die Hyperthermie wird von den deutschen Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt.

Lokale Hyperthermie

Therapieform, bei der bei oberflächlichen Erkrankungen Wärme eingesetzt wird.

Nebenwirkungen onkologischer Therapien

Onkologische Behandlung oder Behandlung von Tumoren besteht hauptsächlich aus drei Säulen, der Chirurgie, der Strahlentherapie und der medikamentösen Therapie (Zytostatika, Hormone, Antikörper). Alle Verfahren haben Vernichtung des Tumors zum Ziel. Alle Veränderungen  an gesunden Organen, die in diesem Zusammenhang entstehen, werden als Nebenwirkungen oder unerwünschte Effekte bezeichnet. Alle Nebenwirkungen die während der Therapie entstehen bezeichnen wir als akut. Nebenwirkungen die nach Wochen, Monaten oder Jahren nach der Behandlung entstehen werden als spät oder als Folgen der Therapie genannt. Beispiele für frühe unerwünschte Effekte sind Übelkeit, Haarausfall, Schleimhautenzündung oder Blutarmut. Beispiele für Therapiefolgen sind Fatigue (Müdigkeit), dauerhafte Immunschwäche oder Hautverhärtung.

Passive Hyperthermie

Sie bezeichnet die Erhöhung der Körpertemperatur infolge der Energiezufuhr von außen.

Radioonkologie

Das Wort Radioonkologie besteht aus zwei Begriffen: Radio und Onkologie. Der erste steht für die Anwendung ionisierender Strahlung, der zweite für die Behandlung von Tumoren. Somit bezeichnet die Radioonkologie das Fachgebiet, das sich mit der Behandlung von Tumoren mit Hilfe von Strahlung beschäftigt. In Deutschland wird die Bezeichnung auch für ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet verwendet, das die Behandlung bösartiger und gutartiger Erkrankungen durch Radiotherapie einschließlich der medikamentösen und physikalischen Verfahren zur Radiosensibilisierung und Verstärkung der Strahlenwirkung auf den Tumor umfasst.

Radiotherapie

Siehe Strahlentherapie

Regionale Tiefenhyperthermie

Überwärmung einer Körperregion, wie des Beckenbereichs, des Bauchbereichs usw.

Reproduzierbar

Der Begriff „reproduzierbar“ bezeichnet die Durchführung eines definierten Vorgangs, z.B. einer medizinische Behandlung unter den gleichen Bedingungen. Die Reproduzierbarkeit ist Vorrausetzung der Qualität.  In der Medizin ist die Fähigkeit die Behandlungen stets unter gleichen, kontrollierten Bedingungen durchzuführen deshalb sehr wichtig.

Rheumaerkrankungen

Rheuma ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Krankheiten des Bewegungs- und Stützapparats, die nicht durch Verletzungen oder Tumore hervorgerufen wurden und sich durch ziehenden, reißenden oder fließenden Schmerz bemerkbar machen.

Man unterscheidet heute bis zu 400 verschiedene rheumatische Erkrankungen. Neben Knochen, Gelenken, Kapseln, Sehnen oder Muskeln können auch beinahe alle Organe von rheumatischen Erkrankungen betroffen sein, denn Bindegewebsstrukturen finden sich nahezu überall im Körper.

Schulmedizinische Behandlungsverfahren

Naturwissenschaftlich orientierte Medizin

Strahlentherapie

Der Begriff Strahlentherapie bezeichnet die Anwendung von kurzwelligen elektromagnetischen Wellen (ionisierende Strahlung) oder Teilchen zu therapeutischen Zwecken. Bestrahlung ist ein bewährtes Verfahren in Behandlung gutartiger und bösartiger Erkrankungen (Krebs). Sie kann zu therapeutischen oder palliativen Zwecken verwendet werden.

Vitamin C

Ascorbinsäure ist ein farb- und geruchloser, kristalliner, gut wasserlöslicher Feststoff mit saurem Geschmack. Vitamin C ist ein Radikalfänger und hat eine antioxidative Wirkung. Weiterhin stellt Vitamin C einen wichtigen Faktor bei der Biosynthese des Kollagens.

Mangel an Vitamin C führt zu einer Instabilität von Kollagen. Da Kollagen in praktisch allen Organen und Geweben des menschlichen und tierischen Organismus vorkommt, vor allem im Bindegewebe wird bei Mangel von Vitamin C Skorbut ausgelöst.

Die Stimulation der körpereigenen Abwehr, die dem Vitamin C oft zugeschrieben wird, wird unter anderem durch einen Schutz der Phagozytenmembran vor oxidativer Selbstzerstörung erklärt. Zudem wurde in Tierversuchen eine erhöhte Interferonproduktion sowie eine Aktivierung des Komplementsystems nach Gabe von Vitamin C beobachtet werden.

Generell wurde bei Leukozyten im Blut, die einen wichtigen Stellenwert in der Immunabwehr einnehmen, ein hoher Ascorbinsäuregehalt festgestellt. Weiterhin scheint Vitamin C Einfluss auf zahlreiche weitere neutrophile Funktionen zu haben, wie die Chemotaxis, Aufnahme von Partikeln durch Phagozyten und Lysozym-beeinflusste nicht-oxidative Immunreaktion.